Stohead

Stohead (* 1973 in Schwäbisch Hall als Christoph Hässler) ist ein Graffiti-Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin. In den Jahren 2000–2006 war er Teil der Ateliergemeinschaft getting-up in Hamburg.
Neben klassischem Graffiti zeichnet sich Stohead für politische Plastiken und hintergründige Gemälde verantwortlich, die er bereits auf zahlreichen Ausstellungen präsentiert hat.

„Im Werk von Stohead zeigt sich mit aller Deutlichkeit seine große Leidenschaft – die Schrift. Schrift ist Trägerin von Information, Schrift erlaubt es, Gedanken und Gefühle in eine Form zu bannen und zu bewahren, Schrift kann ästhetisches Meisterwerk sein, wenn sie zur Kalligrafie wird. Und hier verknüpft Stohead das, was ihn prägt, mit dem, was ihn bewegt: the code of the streets.“
– Circle Culture Gallery, Berlin

Jemandem, der sich der Schriftkunst verbunden fühlt, fällt es schwer zu akzeptieren, was sich derzeit in manchen Lehranstalten abspielt. Tippen statt schreiben hält immer öfter Einzug in Klassenzimmern der Grundstufen von Kalifornien bis Finnland. Das tablet löst den Füller ab und das in rasanter Geschwindigkeit. Beispielsweise tippen schon 30% der Grundschüler bei unseren holländischen Nachbarn ihre Aufsätze mit dem tablet PC. Die klassische Schreibschrift hat längst ausgedient und wird mehr und mehr zur einer Art DIN – Schrift reduziert, die eher an Druckbuchstaben erinnert und nicht gerade förderlich zur Entwicklung einer ausgewogenen und persönlichen, characterstarken Handschrift beiträgt. Nun, was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Wie wirkt sich das allgemein auf unsere Schrifttypen aus und welche Vor- und Nachteile birgt diese Entwicklung?

Dass Schrift nicht nur auf das nötigste reduzierte Information sein kann, wird auch in den Arbeiten von Christoph Häßler alias STOHEAD deutlich. Der in Berlin lebende Künstler mit Wurzeln in Süddeutschland beschäftigt sich schon seit über 25 Jahren mit Kalligrafie verschiedenster Kouleur. Aus dem künstlerisch urbanen Kontext stammend, hat er eine ganze Reihe spezieller Fonts und Handstyles entwickelt, die oft mit selbstgebauten Werkzeugen weltweit auf verschiedenste Untergründe gebannt werden. Aktuell grösstes Werk ist das 550m2 grosse, 2013 entstandene “BEYOND” mural im österreichischen Linz. Jedoch ist dem Künstler die Schrift allein nicht genug. Im Prozess der Au_ösung – dem Tod oder der Neugeburt ? – der klassischen Schriftbilder zeigt sich die Leidenschaft für das Spiel mit dem Material in einem hohen Abstraktionsgrad. Wo klassischer Informationsträger und Abstraktion zusammenkommen, soll in diesem Zusammenhang
auch der Begriff des “Graffuturism” Erwähnung finden, wobei dies keinesfalls als weitere Schubladenbezeichnung in dieser Kunstrichtung zu verstehen sein soll. Vielmehr ein Hinweis auf die zeitgenössische Auseinandersetzung einer erwachsen gewordenenen Szene mit ihren Wurzeln. (D.D.)

stohead.com
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